Der „Couchfaktor”, also Bequemlichkeit und Nutzerfreundlichkeit, wird über den Erfolg von Fernsehangeboten entscheiden. Darin war sich die Expertenrunde eines Panels einig, das bei den MEDIENTAGEN MÜNCHEN in Kooperation mit Booz & Company angeboten wurde. Auch wenn nichtlineare Fernsehangebote überproportional zunehmen werden, werden sie in den nächsten zehn Jahren lineare, eher passive Fernsehnutzung nicht ersetzen, lautete das Expertenurteil. Sebastian Blum, Mitglied der Geschäftsleitung der Beraterfirma Booz & Company, schätzt, dass letztlich nur noch drei bis fünf große Anbieter etwa neunzig Prozent der Fernsehhaushalte mit 360°-Angeboten versorgen werden. Daneben werde eine Vielzahl kleiner Anbieter als „Long Tail” um knappe Zeitbudgets der Nutzer kämpfen. „Das Rennen entscheidet sich in drei bis vier Jahren”, sagte Blum voraus. Allerdings müssten mindestens sechzig Prozent der Haushalte mit Breitbandanschlüssen und interaktiven Endgeräten ausgestattet werden. 2015 werde dies schon bei circa 56 Prozent der Haushalte der Fall sein. Professor Dr. Helmut Thoma glaubt an die Beständigkeit menschlichen Verhaltens: Seit den alten Griechen interessierten sich die Menschen für Komödien, Dramen und aktuelle Informationen. Der Medienberater und einstige RTL-Chef kritisierte, dass die öffentlich-rechtlichen („gesamtgeriatrische Programmveranstaltung”) wie auch privaten Sender in Deutschland kaum noch in neue Programmideen investierten: „Die wollen nur noch Geld verdienen.” Mit …

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